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Jeder zweite Stadtbewohner wünscht sich weniger Lärm

In der Stadt lärmt es schon genug – da muss es nicht noch am Arbeitsplatz oder Zuhause laut sein. Fast jeder zweite Stadtbewohner wünscht sich mehr Stille im Alltag.

BERLIN (dpa). In der Stadt lärmt es schon genug – da muss es nicht noch am Arbeitsplatz oder Zuhause laut sein. Fast jeder zweite Stadtbewohner wünscht sich mehr Stille im Alltag. Das geht aus einer Forsa-Umfrage für das Bundesforschungsministerium (BMBF) im Rahmen der Kampagne "Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt" hervor, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde.

 

Fast die Hälfte der 1003 Befragten (42 Prozent) äußerten bei der Befragung den Wunsch nach mehr Ruhe – dieser Wunsch kommt bei den meisten (48 Prozent) am Arbeitsplatz auf, aber auch im Straßenverkehr (43 Prozent) und zu Hause (39 Prozent). Etwas überraschend: Befragte ab 60 Jahren gaben deutlich seltener als Jüngere an, dass sie sich nach mehr Stille im Alltag sehnen. Am lärmempfindlichsten zeigten sich die 30- bis 44-Jährigen.

Immerhin 21 Prozent der Befragten, denen es manchmal zu laut ist, wünschen sich in Parks mehr Ruhe. Die meisten Befragten sind genervt von Geräuschen im Straßenverkehr (34 Prozent), lediglich sieben Prozent beschwerten sich über das Dauerstreitthema Fluglärm. Kindergeschrei stört nach eigenen Angaben nur vier Prozent der Umfrageteilnehmer. Naturgeräusche dagegen kommen gut an: 36 Prozent der Befragten würden gerne öfter Vogelgezwitscher hören.

Nach Meinung der Bürger sollte die Geräuschkulisse eines Ortes in der Stadtplanung berücksichtigt werden: Dafür sprachen sich 58 Prozent der Befragten aus. Mit der Aktion "Stadtklang" will das BMBF genau auf diesen Aspekt aufmerksam machen. Seit dem 1. August können Menschen angenehme, typische oder störende Klänge aufnehmen und online auf eine Klangkarte laden.

"Geräusche haben einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden, deshalb sollte Menschen die Möglichkeit haben den Klang ihrer Stadt mitzugestalten", sagte die Bundesforschungsministerin abschließend, bei der Vorstellung der Studie am Mittwoch.

 

Quelle: Badische Zeitung, 13.08.2015